Tropfsteine, Sagen und eine beeindruckende Naturkulisse. Die Erdmannshöhle in Hasel im Schwarzwald ist ein echtes Ausflugshighlight. Als eine der ältesten Schauhöhlen Deutschlands begeistert sie mit ihrer bizarren Welt aus Kalkstein, unterirdischen Hallen und jahrtausendealten Formationen.

Eine der ältesten Tropfsteinhöhlen Deutschlands
Die Erdmannshöhle wurde bereits im 18. Jahrhundert entdeckt und zählt zu den ältesten öffentlich zugänglichen Tropfsteinhöhlen der Bundesrepublik. Ihr größter Schatz: ein Stalagmit, der zu den größten in Deutschland gehört, über 4 Meter hoch und rund 135.000 Jahre alt! Die Tropfsteinwelt der Höhle wirkt wie aus einem anderen Zeitalter.

Der Name „Erdmannshöhle“: Sagen und Legenden
Der Name stammt von den geheimnisvollen „Erdmännchen“ (Zwerge), die der Sage nach einst in den Gängen unter dem Dorf Hasel lebten.

Die Erdmannshöhle entstand durch Auswaschungen unterirdischer Wasserläufe im Kalkgestein. Auf Wunsch werden Sonderführungen angeboten, da erfahrt Ihr viel Spannendes über die Entstehung der Höhle, die Geologie der Region und die faszinierende Welt der Tropfsteine.
Ein Erlebnis für Groß und Klein
Der Führungsweg durch die Höhle ist etwa 360 Meter lang, beleuchtet und gut begehbar, ideal auch für Familien mit Kindern. Besonders spannend sind die vielen fantasievollen Tropfsteinformen, die sich über die Jahrtausende hier gebildet haben. Die Temperatur liegt ganzjährig bei rund 10 Grad Celsius, also besser eine Jacke einpacken!
Krippe von Bethlehem
Mitten im Dunkel der Höhle, beleuchtet nur durch sanftes Licht, liegt sie: die Krippe von Bethlehem. Diese außergewöhnliche Tropfsteinformation erinnert auf verblüffende Weise an eine klassische Weihnachtskrippe. Mit etwas Fantasie lassen sich Figuren wie Maria, Josef und das Jesuskind erkennen, eingebettet in eine steinerne Höhle innerhalb der Höhle.

Das Gerippe: eine Reise in die Tiefe der Zeit
Fast schon unheimlich wirkt das Gerippe, eine Formation, die mit ein wenig Vorstellungskraft an einen liegenden Skeletttorso erinnert. Die dünnen, länglichen Steinstrukturen rufen Assoziationen an Knochen und Rippen hervor, ein stummes Zeugnis dafür, wie sich Tropfen für Tropfen über Jahrtausende hinweg solche Formen bilden konnten. Es ist, als würde man einen Blick in das steinerne Gedächtnis der Erde werfen.

Erdmannshöhle der Wasserfall
Ein paar Schritte weiter zieht der Wasserfall die Blicke auf sich. Dabei handelt es sich natürlich nicht um einen echten Wasserfall, sondern um eine Tropfsteinformation, die aussieht, als würde das Gestein wie Wasser die Felswand hinunterströmen. Die Struktur erinnert an gefrorene Kaskaden – ein faszinierendes Spiel aus Licht, Form und Fantasie.

Die Hochzeitstorte: ein Meisterwerk der Natur
Eines der bekanntesten Fotomotive der Höhle ist die sogenannte Hochzeitstorte. Diese Tropfsteinformation besteht aus mehreren übereinanderliegenden „Etagen“ und erinnert durch ihre runde, geschichtete Form tatsächlich an eine aufwendig verzierte Festtagstorte. Fast könnte man meinen, die Natur habe hier eine Feier vorbereitet, aus Kalk, Wasser und ganz viel Zeit.

Der Rittersaal in der Erdmannshöhle Hasel
Ein Highlight der Höhle ist zweifellos der sogenannte Rittersaal, ein beeindruckender Hohlraum, der nicht nur durch seine Größe beeindruckt. Schon beim Betreten des Rittersaals spürt man, warum dieser Teil der Höhle einen so klangvollen Namen trägt. Die Natur hat hier ein unterirdisches Gewölbe erschaffen, das fast an einen prunkvollen Thronsaal erinnert. Die hohen Decken mit eindrucksvollen Stalaktiten und Stalagmiten sowie die mystisch wirkende Beleuchtung schaffen eine beinahe ehrfürchtige Atmosphäre.

Bachhöhle in der Erdmannshöhle
In der Bachhöhle trifft man auf das leise Plätschern des Wassers ein sanfter, beruhigender Klang, der diese Höhlenkammer erfüllt. Durch feine Mineralablagerungen und die gezielte Beleuchtung entsteht ein visuelles Schauspiel. Ocker-, Braun- und Grautöne wechseln sich ab, während feuchte Felswände im Licht glitzern und reflektieren. An manchen Stellen zeigt sich sogar ein zarter Grünstich, ein Hauch von Farbe, der durch Algenbildung in besonders feuchten Bereichen hervorgerufen wird.

Anreise und Tipps
Die Erdmannshöhle liegt im kleinen Ort Hasel, unweit von Schopfheim, und ist gut mit dem Auto zu erreichen. Es gibt Parkmöglichkeiten in der Nähe. In der Umgebung lohnt sich auch ein Spaziergang durch den Wald.
Der Erdmannsweg besteht aus zwei abwechslungsreichen Themenrundwegen. Einer führt auf etwa 4 Kilometern rund um Wehr, der andere auf rund 3,5 Kilometern durch die Umgebung von Hasel. Beide Touren starten an der bekannten Erdmannshöhle.
Mit geringen Höhenunterschieden und einer angenehmen Strecke eignen sich beide Touren ideal für Familien, Schulklassen und alle, die sich für Geologie, Natur und Sagen interessieren.
Erdmannshöhle Öffnungszeiten
Die Höhle ist meist von April bis Oktober von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet und der letzte Einlass ist um 15.30 Uhr. In den Ferien ist die Erdmannshöhle auch werktags geöffnet. Und es sind ausreichend Parkplätze vorhanden.
Tipp: Besonders schön ist ein Besuch im Sommer draußen warm, drinnen angenehm kühl. Wer gerne fotografiert, sollte auf schwierige Lichtverhältnisse vorbereitet sein. Stative sind meist nicht erlaubt.
Zusammenfassung
Die Erdmannshöhle ist ein faszinierendes Ziel für Natur- und Märchenfreunde. Sie bietet einen spannenden Einblick in die unterirdische Welt des Schwarzwaldes und steckt voller Geschichte, Geologie und Legenden. Ideal für einen Halbtagesausflug geheimnisvoll, eindrucksvoll und unvergesslich.
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Kathrin Fröhlich Als Reisebloggerin gebe ich euch Tipps für Ausflugsziele mit Naturerlebnissen




