Wer sich für Geschichte, Archäologie und gleichzeitig für schöne Landschaften interessiert, findet zwischen Chiemsee, Alz und Truchtlaching eine abwechslungsreiche Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden. Der archäologische Rundweg führt zu verschiedenen historischen Fundstätten und macht auf anschauliche Weise deutlich, dass die Region rund um Seebruck und Truchtlaching bereits vor vielen Jahrhunderten besiedelt war. Kelten, Römer und Bajuwaren haben hier ihre Spuren hinterlassen, die man heute bei einer Wanderung durch die reizvolle Landschaft entdecken kann.
Start der Wanderung
Für meine erste Tour startete ich am Parkplatz Graben in Seebruck. Die Parkgebühr beträgt dort 3 Euro für zwei Stunden. Vom Parkplatz aus ging es zunächst ein kurzes Stück am Chiemsee entlang. Der Blick auf den See und die ruhige Landschaft boten einen schönen Auftakt für die Wanderung. Nach kurzer Zeit zweigte der Weg nach links in die Trostberger Straße ab und führte weiter in Richtung Stöffling.

Eines der ersten Ziele des archäologischen Rundwegs war das Keltengehöft Stöffling. Hier bekommt man einen Eindruck davon, wie die Menschen in der keltischen Zeit gelebt und gearbeitet haben könnten. Die Rekonstruktion vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom damaligen Alltag und macht die Geschichte der Region greifbarer. Statt die Vergangenheit nur auf Informationstafeln zu betrachten, kann man sich an einem solchen Ort viel besser vorstellen, wie das Leben vor mehr als zweitausend Jahren ausgesehen haben mag.

Von dort aus entschied ich mich, dem Baumweg zu folgen. Dieser Abschnitt war eine schöne Ergänzung zum archäologischen Teil der Wanderung. Neben den historischen Informationen konnte man hier auch viel Wissenswertes über die heimische Natur erfahren. Verschiedene Bäume und Pflanzen werden erklärt und machen den Weg nicht nur für Geschichtsinteressierte interessant. So verbindet sich auf angenehme Weise Naturerlebnis mit regionaler Geschichte.

Für diese Runde benötigte ich etwa eineinhalb Stunden. Insgesamt war die Strecke rund 4,5 Kilometer lang. Die Wanderung ist damit gut zu bewältigen und bietet dennoch zahlreiche interessante Stationen. Besonders schön fand ich die Verbindung aus Landschaft und Geschichte: Man ist unterwegs, genießt die Natur und trifft gleichzeitig immer wieder auf Hinweise, die daran erinnern, wie bedeutend diese Gegend bereits in vergangenen Zeiten war.
Von Truchtlaching zur Fluchtburg an der Alz
Meine zweite Tour führte mich nach Truchtlaching. Von dort aus machte ich mich auf den Weg zur Fluchtburg an der Alz. Dieser Abschnitt des archäologischen Rundwegs ist deutlich von der Landschaft geprägt und verläuft dabei sehr entspannt. Der Weg führt zunächst an Wiesen vorbei und anschließend durch den Wald. Gerade diese ruhige Wegführung macht die Strecke zu einer angenehmen Wanderung, bei der man die Umgebung in aller Ruhe auf sich wirken lassen kann.

Nach und nach nähert man sich der Fluchtburg an der Alz. Solche befestigten Plätze dienten in früheren Zeiten als Schutz- und Rückzugsorte. Heute sind die Spuren der vergangenen Befestigungsanlagen nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Gerade deshalb sind die Informationen entlang des archäologischen Weges hilfreich. Sie geben Hinweise darauf, welche Bedeutung die jeweiligen Plätze früher hatten und helfen dabei, die Landschaft aus einem historischen Blickwinkel zu betrachten.

Von der Fluchtburg führte mein Weg weiter zur Keltenschanze in Truchtlaching. Die Keltenschanzen sind beeindruckende Zeugnisse der keltischen Vergangenheit. Auch wenn man heute nicht mehr die Bauwerke vorfindet, die einst hier gestanden haben, lassen sich die historischen Strukturen anhand der Geländemerkmale und der Erläuterungen nachvollziehen. Es ist spannend zu sehen, wie stark sich die Nutzung einer Landschaft im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und welche Spuren davon bis heute erhalten geblieben sind.

Für diese Tour benötigte ich etwa eineinhalb Stunden. Die Strecke war rund vier Kilometer lang. Auch hier steht weniger das sportliche Wandern als vielmehr das bewusste Entdecken der Umgebung im Vordergrund. Die Wege sind angenehm zu gehen und bieten immer wieder Gelegenheit, stehen zu bleiben, die Landschaft zu betrachten und sich mit der Geschichte der jeweiligen Station zu beschäftigen.
Zum Abschluss: das altbajuwarische Gräberfeld
Zum Abschluss meiner Erkundungen ging es noch zum altbajuwarischen Gräberfeld. Damit führt der archäologische Rundweg nicht nur in die keltische Vergangenheit der Region, sondern auch in eine spätere Epoche. Das Gräberfeld ist ein weiteres wichtiges Zeugnis der Besiedlungsgeschichte und zeigt, dass die Gegend auch in der Zeit der Bajuwaren eine bedeutende Rolle spielte.


Gerade diese zeitliche Vielfalt macht den archäologischen Rundweg besonders interessant. Auf relativ kurzen Wanderungen begegnet man unterschiedlichen Epochen und bekommt einen Eindruck davon, wie lange Menschen diese Landschaft bereits geprägt und genutzt haben. Die einzelnen Stationen stehen dabei nicht isoliert nebeneinander, sondern ergeben zusammen ein Bild der regionalen Siedlungs- und Kulturgeschichte.
Der gesamte archäologische Rundweg
Der gesamte archäologische Rundweg zwischen Chiemsee, Alz und Truchtlaching ist etwa 23 Kilometer lang und durch Hinweisschilder gekennzeichnet. Dadurch lässt sich die Route gut orientieren und man kann die verschiedenen Stationen nach und nach erkunden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sich einzelne Abschnitte herauszugreifen und daraus kürzere Wanderungen zu machen – so wie ich es bei meinen beiden Touren gemacht habe.

Geschichte erleben und Landschaft genießen
Was mir an diesem archäologischen Rundweg besonders gefallen hat, ist die Kombination aus Bewegung, Natur und Geschichte. Man muss kein Archäologe sein, um Freude an den einzelnen Stationen zu haben. Die Wege führen durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an Wiesen, durch Wälder und teilweise entlang des Chiemsees und der Alz. Dazwischen stößt man immer wieder auf historische Orte und informative Hinweisschilder.
Die Wanderungen haben mir gezeigt, dass Geschichte nicht nur in Museen oder hinter Glasvitrinen zu finden ist. Sie kann draußen in der Landschaft entdeckt werden – manchmal deutlich sichtbar, manchmal erst, wenn man genauer hinschaut oder die entsprechenden Informationen dazu liest. Besonders interessant ist dabei die Vorstellung, dass man heute auf Wegen unterwegs ist, die schon vor Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden Teil einer von Menschen genutzten Kulturlandschaft waren.
Wer also eine Wanderung mit einem kulturellen und historischen Schwerpunkt verbinden möchte, findet zwischen Chiemsee, Alz und Truchtlaching ein lohnendes Ziel.
Für mich waren die beiden Touren eine gelungene Mischung aus entspanntem Wandern, Naturerlebnis und einer interessanten Reise in die Vergangenheit. Besonders schön ist, dass man dabei nicht nur die Landschaft rund um den Chiemsee und die Alz kennenlernt, sondern gleichzeitig einen Einblick in die Geschichte der Menschen bekommt, die diese Region vor uns bewohnt und geprägt haben.
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Kathrin Fröhlich Als Reisebloggerin gebe ich euch Tipps für Ausflugsziele mit Naturerlebnissen




