Das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim ist ein lebendiges Geschichtsbuch unter freiem Himmel. Auf einer Fläche von 45 Hektar laden über 120 originalgetreu eingerichtete Gebäude ein. Darunter Bauernhöfe, Mühlen, Handwerkerhäuser, Brauereien, ein Schulhaus und ein Adelsschlösschen. Welche dazu einladen, das Leben der fränkischen Landbevölkerung vergangener Jahrhunderte zu entdecken.

Sechs Baugruppen im Fränkisches Freilandmuseum
Die Gebäude sind in sechs Baugruppen aufgegliedert, die nach Regionen und Themen wie „Mittelalter“, „Industrie und Technik“ oder „Altmühlfranken“ beschildert sind. Besonders hervorzuheben ist die Baugruppe Stadt im historischen Kern von Bad Windsheim mit der Spitalkirche, dem Alten Bauhof, der Kräuter-Apotheke und dem Museum Kirche in Franken.

Familienfreundliches Erlebnis
Das Museum bietet zahlreiche Aktivitäten für Familien:
- Erlebnisplatz: Kinder können spielerisch entdecken, wie früher gespielt wurde ohne moderne Spielgeräte, aber mit viel Raum für Fantasie.
- Historisches Klassenzimmer: Einblick in den Schulalltag der 1930er Jahre mit Schiefertafeln und traditionellen Lehrmethoden.
- Bollerwagenverleih: Für 3 Euro können Familien Bollerwagen ausleihen, um den Rundgang komfortabler zu gestalten.

Hier in diesem Schulhaus aus Pfaffenhofen wird der Schulalltag um 1900 dargestellt. Im Erdgeschoss könnt ihr die ehemalige Lehrerwohnung bestaunen. Und im Obergeschoss sind die Klassenzimmer, wo bis 1939 die Kinder in verschiedenen Altersgruppen zusammen unterrichtet wurden.



Badehaus im Fränkisches Freilandmuseum
Ein ganz besonderes Gebäude ist das historische Badehaus aus Wendelstein. Denn dies ist das erste Badehaus, das im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim steht.

Das 1450 errichtete Gebäude diente einst nicht nur der Körperpflege, sondern auch der medizinischen Versorgung. Sitzbäder, Schröpfen, Aderlass und kleinere Eingriffe wurden hier vom Bader durchgeführt. Die aufwendig erhaltene Bausubstanz zeigt noch heute Wasserkessel, Schwitzofen und Umkleideräume im steinernen Erdgeschoss. Darüber liegen drei Wohnungen im Fachwerkaufbau, in denen die Baderfamilie und Mieter lebten.

Mittelalter
Die Baugruppe selbst ist wie ein mittelalterliches bzw. frühneuzeitliches Dorf angelegt. Mit einem Dorfzaun oder einer Hecke, der sie deutlich vom restlichen Museumsgelände abgrenzt. Rund um die Baugruppe wird die Dreifelderwirtschaft mit der klassischen Fruchtfolge aus Wintergetreide, Sommergetreide und Brache demonstriert, wie sie vom 12./13. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein praktiziert wurde.

20. Jahrhundert
Auch das 20. Jahrhundert ist im Fränkischen Freilandmuseum eindrucksvoll vertreten. In diesem Bereich stehen Gebäude, die das Alltagsleben, die Arbeitswelt und die tiefgreifenden Veränderungen dieser bewegten Zeit dokumentieren. Von der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg über die Nachkriegszeit bis in die 1970er-Jahre.









Typisch sind hier Wohnhäuser, Werkstätten und landwirtschaftliche Betriebe, die zeigen, wie sich Technik, Wohnkomfort und Lebensgewohnheiten verändert haben. Auch gesellschaftliche Umbrüche wie die Mechanisierung der Landwirtschaft oder die Landflucht werden hier nachvollziehbar dargestellt.


Technik und Gewerbe
Die Baugruppe „Technik und Gewerbe“ widmet sich schwerpunktmäßig der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raums im 19. und 20. Jahrhundert. Da könnt ihr den alten spätmittelalterlichen Ziegelbrennofen mit seinen dazugehörigen Arbeitsgeräten entdecken, der eindrucksvoll zeigt, wie schon vor Jahrhunderten Baustoffe in Handarbeit hergestellt worden sind. Ein faszinierendes Bindeglied zwischen mittelalterlicher Tradition und dem technischen Fortschritt späterer Epochen.


Ein echtes Highlight in der Baugruppe „Technik und Gewerbe“ ist der Derrick-Kran. Ein beeindruckendes Zeugnis früherer industrieller Technik. Mit seinem markanten, drehbaren Ausleger diente er einst zum Heben schwerer Lasten, etwa beim Ziehen von Mühlsteinen oder im Bauhandwerk. Im Museum zeigt der Derrick-Kran anschaulich, wie technischer Fortschritt in der Arbeitswelt Einzug hielt und schwere körperliche Arbeit zunehmend durch Maschinen unterstützt wurde.

Kulinarische Angebote
Auf dem Gelände befinden sich vier Gaststätten mit Innenbereichen und großzügigen Biergärten, welche fränkische Spezialitäten anbieten. Alternativ laden Rastplätze zum Picknicken mit selbst mitgebrachter Verpflegung ein.

Wann ist die beste Besuchszeit
Die ideale Zeit für einen Besuch im Fränkischen Freilandmuseum. Wer es etwas ruhiger haben möchte, sollte gleich am Morgen vor Ort sein. Man kann im Schnitt mit 2 bis 5 Stunden für die Besichtigungen der Häuser mit ihren Ausstellungen rechnen. Es finden regelmäßig Veranstaltungen, Vorführungen und Mitmachaktionen auf dem Museumsgelände statt. Dazu findet ihr hier mehr Informationen.

Fränkisches Freilandmuseum Öffnungszeiten und Eintrittspreise (Stand: 2025)
Hauptsaison vom 14. März bis zum 24. Oktober 2026
- Hauptgelände: Täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
- Museum Kirche in Franken: Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, mit einer Mittagspause von 12:30 bis 13:00 Uhr.
- Eintrittspreise:
- Erwachsene: 9 €
- Kinder unter 6 Jahren: frei
- Ermäßigter Eintritt: 6 € bzw. 8 € (z. B. für Schüler, Studierende, Schwerbehinderte)
- Familienkarte (2 Erwachsene und minderjährige Kinder): 21 €
- Teilfamilienkarte (1 Erwachsener und minderjährige Kinder): 12 €
- Jahreskarte: 45 €
- Familien-Jahreskarte: 90 €
- Gruppen ab 17 Personen: 8 € pro Person
- Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen: 3 € pro Person, je 8 Kinder eine Begleitperson frei
- KiGa/KiTa-Gruppen: Kinder frei, je 8 Kinder eine Begleitperson frei
Nebensaison vom 25. Oktober bis zum 13. Dezember 2026
| Öffnungszeiten (Werktags) | 10:30 – 16:00 Uhr |
|---|---|
| Öffnungszeiten (So/Feiertag) | 10:00 – 16:30 Uhr |
| Ruhetag | Montag |
Ab dem 3. November montags geschlossen
Das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim ermöglicht es auch mobilitätseingeschränkten Personen, verschiedene historische Gebäude zu besichtigen.

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